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Glossar

Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe der Lernreise — kurz, ohne Fachchinesisch und für jeden verständlich, der gerade erst einsteigt. Alphabetisch sortiert, zum Nachschlagen zwischendurch.

Agent

Ein Agent ist eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte erledigt: Sie kann z. B. im Internet suchen, Dateien öffnen oder ein Programm bedienen — und verkettet dabei mehrere Aktionen, um ein Ziel zu erreichen. Statt „schreib mir eine Anleitung" heißt es dann eher: „buche mir den Termin". Praktisch, aber heikel — denn ein Agent, der eifrig losläuft, macht auch eifrig Fehler. Genau deshalb gilt: enge Aufgaben geben und ihm auf die Finger schauen.

API

„API" steht für Application Programming Interface, auf Deutsch Programmierschnittstelle — der Weg, eine KI direkt aus einem eigenen Programm heraus anzusprechen statt über das Chat-Fenster. Für den Einstieg brauchst du das nicht; interessant wird es erst, wenn du KI in eigene Anwendungen einbaust. Wissenswert ist vor allem der Unterschied beim Bezahlen: Im Abo zahlst du einen festen Monatsbeitrag, über die API dagegen pro verarbeitetem Token — wer viel nutzt, fährt mit dem Abo meist deutlich günstiger.

Halluzination

Eine Halluzination ist eine Antwort, die überzeugend klingt, aber schlicht falsch ist — erfundene Fakten, falsche Zahlen, ein Detail, das nur plausibel wirkt. Weil eine KI das nächste Wort errät und kein echtes Wissen nachschlägt, merkt sie selbst nicht, wenn sie danebenliegt: Sie formuliert den Fehler genauso souverän wie die Wahrheit. Deshalb gilt — Wichtiges immer gegenchecken.

Iterieren

Iterieren heißt: in Runden besser werden. Der erste Versuch sitzt selten. Du schaust dir das Ergebnis an, sagst der KI, was noch fehlt, und lässt sie nachbessern — und das ruhig mehrmals. Genau hier entsteht die Qualität. Aus dem Englischen ein gern zitiertes Motto: „Always be iterating."

Kontextfenster

Das Kontextfenster ist das „Gedächtnis" der KI für ein laufendes Gespräch — also wie viel Text (deine Eingaben plus ihre Antworten) sie gleichzeitig im Blick behalten kann. Es ist begrenzt: Wird ein Gespräch sehr lang, fällt Älteres hinten heraus, und die KI „vergisst" den Anfang. Bei wichtigen Punkten lohnt es sich daher, sie zwischendurch noch einmal zu nennen.

LLM

„LLM" steht für Large Language Model, auf Deutsch großes Sprachmodell — die Technik hinter Werkzeugen wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Vereinfacht: Das Programm hat enorm viel Text gelesen und daraus gelernt, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt. Wort für Wort entstehen so flüssige Antworten. Wichtig: Ein LLM ist keine Datenbank, die Fakten nachschlägt, und kein denkendes Wesen — es errät, und das erstaunlich gut.

Anschaulich erklärt (Video, Englisch): 3Blue1Brown – „Large Language Models explained briefly".

Lokales Modell

Ein lokales Modell ist eine KI, die direkt auf deinem eigenen Rechner läuft, statt auf dem Server eines Anbieters im Internet. Der große Vorteil: Was du eingibst, verlässt dein Haus nicht — gut für vertrauliche Daten und Datenschutz. Der Preis dafür: Du brauchst passende Hardware, und kleinere lokale Modelle sind oft schwächer als die großen Online-Dienste. Ein bekanntes Einstiegswerkzeug dafür ist LM Studio.

Persona-Drift

Persona-Drift heißt: Die KI vergisst im Lauf eines langen Gesprächs allmählich, wer sie sein und was sie tun sollte. Am Anfang hält sie sich an deine Vorgabe, nach vielen Nachrichten antwortet sie wieder wie „irgendeine" KI — und mit der Rolle rutscht oft auch die Qualität. Deshalb bringt ein frischer Chat mit klarer Ansage meist mehr als die zehnte Nachfrage im alten.

Prompt

Ein Prompt ist deine Eingabe an die KI — die Anweisung, aus der sie ihre Antwort baut. Wie bei jedem Werkzeug gilt: Es ist nur so gut wie die Hand, die es führt. „Schreib mir was über Hunde" liefert Beliebiges; wer Rolle, Aufgabe und Form mitgibt, bekommt Brauchbares.

Prompt Engineering

Prompt Engineering ist die kleine Kunst, Eingaben so zu formulieren, dass die KI gute Ergebnisse liefert — also gute Prompts schreiben und sie Runde für Runde verbessern. Klingt technisch, ist aber vor allem klares Denken: genau sagen, was du willst, in welcher Rolle und in welcher Form. Ein bekanntes Merkgerüst dafür ist Googles TCREI (Task, Context, References, Evaluate, Iterate).

Sycophancy

Sycophancy (auf Deutsch etwa „Schmeichelei" oder „Gefälligkeit", im Fachjargon auch Agreeableness) beschreibt die Neigung von KI-Modellen, dir zuzustimmen und dir nach dem Mund zu reden — auch dann, wenn du falsch liegst. Das fühlt sich gut an und ist genau deshalb tückisch: Lob von der KI ist kein Beweis, dass du recht hast. Eine kleine Probe: Behaupte selbstbewusst das Gegenteil von etwas, das du sicher weißt — knickt sie ein?

System-Prompt

Der System-Prompt ist eine Art Grundanweisung, die einer KI vorab mitgegeben wird und über dem normalen Gespräch steht — er legt fest, wer sie sein soll und wie sie sich verhalten soll (z. B. „Du bist ein freundlicher Kundenservice-Assistent und antwortest kurz"). Den System-Prompt des Anbieters siehst du als Nutzer meist nicht. Eine eigene Dauer-Anweisung kannst du aber in vielen Chat-Oberflächen hinterlegen — je nach Werkzeug heißt das „eigene Anweisungen", „Persönliches" oder steckt in den Einstellungen eines Projekts. Wer selbst KI-Werkzeuge baut, schreibt hier die wichtigsten Regeln hinein — und merkt schnell, wie viel von einem guten System-Prompt abhängt.

Token

Ein Token ist ein kleines Textbaustein-Häppchen, in das die KI Sprache zerlegt — mal ein ganzes kurzes Wort, mal nur eine Silbe oder ein Satzzeichen. Eine KI rechnet und „denkt" in solchen Tokens, statt in Buchstaben oder Wörtern. Warum dich das interessiert: Tokens sind die Recheneinheit, nach der Anbieter abrechnen — mehr Text bedeutet mehr Tokens und damit mehr Kosten.