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Kostenlos vs. bezahlt

Kernbotschaft

Zum Ausprobieren reicht die Gratis-Version locker. Wer täglich ernsthaft arbeitet, stößt aber schnell an Grenzen — dann lohnt die Bezahlversion oder ein lokales Modell.

Die kostenlosen Versionen sind ideal zum Lernen, haben aber zwei Haken: meist ein etwas schwächeres Modell — und Limits. Ein Limit heißt: Nach einer gewissen Nutzung ist erst mal Pause, oft mitten in der Arbeit.

Gezählt werden diese Limits in Token, den kleinen Text-Häppchen, in die eine KI jeden Satz zerlegt. Mitgezählt wird dabei das ganze Kontextfenster, also der gesamte Gesprächsverlauf, den die KI gerade „im Blick" hat — je länger der Chat, desto schneller ist das Limit erreicht. Genau in diese „Token-Falle" läuft man am Anfang gern hinein: Der Chat wird lang, das Limit ist plötzlich da, und die Arbeit stoppt — so wie es Thanh weiter unten schildert.

Die Bezahlversionen (als Einstieg meist im Bereich von rund 20 € im Monat, Stand: Frühjahr/Sommer 2026; darüber gibt es teurere Stufen mit mehr Kontingent) bieten stärkere Modelle, höhere Limits und mehr Funktionen. Eine dritte Option sind lokale Modelle, die direkt auf dem eigenen Rechner laufen — kostenlos und datenschutzfreundlich, dafür technischer einzurichten und nach unserer Erfahrung oft schwächer als die großen Bezahl-Modelle.

Arbeitest du im Firmenkontext, klär zuerst, ob es dort schon Zugänge gibt, bevor du selbst etwas abschließt — und was du dabei mit Firmendaten beachten musst, behandelt Stufe 1.

Ein Tipp am Rande: Anbieter locken immer wieder mit Gratis-Kontingenten für neue Modelle — in unserer Gruppe ging z. B. herum, dass ein neues Spitzenmodell zeitweise gratis nutzbar war. Augen offen halten: gerade bei neuen Modellen gibt es oft befristete Gratis-Fenster.

Aus der Praxis

„Für lokale Modelle gibt es lmstudio. Ganz einfach installieren, dort kann man ein Modell auswählen und das lokal laufen lassen." — Mathias, 27.01.2026

„In die Token-Falle bin ich auch reingelaufen über das Wochenende 😂 … hatte ein ewig langes Kontextfenster und nach dem Limit das Teil wieder angestartet und wieder bums 30% wieder weg." — Thanh, 01.02.2026

So machen wir es konkret

Bei uns in der Gruppe sieht das ganz unterschiedlich aus — und das zeigt ganz gut, dass es nicht die eine richtige Antwort gibt:

  • Mathias — ein starkes Abo (der Weg für Vielnutzer): Er arbeitet fast täglich mit KI und hat zum höheren Claude-Abo für 90 € im Monat gegriffen. Er nutzt fast nur das stärkste Modell und kommt allein kaum noch ans Limit.
  • Thanh — mehrere kleine Abos (der Weg für Sparfüchse): Er fährt lieber mehrgleisig: ein Claude-Abo für rund 20 €, dazu Gemini für rund 7 € (über Google One Family) und obendrauf ein lokales Modell über Ollama — wie LM Studio ein Weg, Modelle direkt auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen. Zusammen immer noch günstiger als ein einzelnes Spitzen-Abo.
  • Manchmal: gar kein Abo (der Bastler-Weg): Statt für das Diktier-Tool Wispr Flow 10 € im Monat zu zahlen, hat Thanh sich mit KI-Hilfe kurzerhand selbst einen kleinen Ersatz gebaut. Für den Start brauchst du das nicht — das ist ein fortgeschrittenes Beispiel; dass sich so etwas mit KI-Hilfe erlernen lässt, zeigen die späteren Stufen.

(Alle Preise: Stand Frühjahr/Sommer 2026 — sie ändern sich schnell.)

Aus der Praxis

„Ich habe jetzt das nächst höhere Abo von Claude genommen für 90 € im Monat und muss sagen das ist richtig geil. … Also 5-faches Kontingent empfinde ich jetzt nicht so. Ich empfinde es eher so … 10-20-fach oder so. Also ich kann so viel damit arbeiten, dass ich gar nicht mehr hinterher komme, das Limit wirklich auszunutzen." — Mathias, 15.03.2026

„Das ist genau der erste Prompt … bau mir ein leichtgewichtiges Wisprflow … ich will keine 10 Euro im Monat zahlen 😂" — Thanh, 12.02.2026

Unsere Empfehlung

Das ist unsere subjektive Sicht als Gruppe — keine neutrale Kaufberatung, und sie kann sich mit dem nächsten Modell-Update wieder drehen. Als Orientierung:

  • Zum Lernen und Ausprobieren: Erst mal gratis bleiben — oder ein lokales Modell (z. B. über LM Studio oder Ollama) auf dem eigenen Rechner. Kostet nichts, ist datenschutzfreundlich, und zum Üben sind offene Modelle nah genug dran.
  • Wer täglich ernsthaft arbeitet: Dann lohnt sich ein Abo. Gemessen an den Alternativen — stundenlange Handarbeit oder ein externer Dienstleister — ist es erstaunlich günstig, und beruflich lässt es sich absetzen.
  • Vorher kurz prüfen: Reicht nicht auch gratis oder selbst gebaut? Nicht jedes Tool braucht sein eigenes Abo. Manches gibt es kostenlos, und manches baut man sich mit KI-Hilfe in einem halben Tag selbst.
  • Im Zweifel das schlaueste Modell nehmen. Günstige Modelle sparen Geld, tun sich aber mit kniffligen Anweisungen schwerer — beim stärksten Modell hat man oft das Gefühl, es „versteht einen" einfach besser. Für Wichtiges lieber das gute Modell.

Probier es selbst

Falls du noch kein Werkzeug hast: Die Werkzeug-Seite hilft bei der Wahl.

  • Finde für das Werkzeug deiner Wahl heraus: Wo liegt das Limit der Gratis-Version? Schau dazu auf der Preis- oder Abo-Seite des Anbieters nach.
  • Finde heraus, was genau du in der Bezahlversion dazubekommst.

Zum Nachdenken

Wofür würde sich für dich persönlich eine Bezahlversion lohnen — und wofür wäre sie rausgeschmissenes Geld?

Tiefer eintauchen: Was kostet das eigentlich in Token?

Hinter den Limits stecken konkrete Token-Mengen. Als grobe Orientierung aus Community-Recherchen (Stand: Frühjahr 2026, Zahlen ändern sich laufend):

  • Ein mittleres Abo erlaubt grob einige Hunderttausend Token pro 5-Stunden-Fenster und einige Millionen pro Woche.
  • Über ein Abo ist die einzelne Anfrage deutlich günstiger als über die direkte Programmierschnittstelle (API) — grob um den Faktor 8 bis 13.
  • Für Programmierer als Daumenregel: Eine Zeile Code sind rund 150 Token; ein kleiner Auftrag kostet Cent-Beträge, ein ganzes Programm schnell dreistellig in Dollar.

Solche Zahlen sind keine offiziellen Angaben der Anbieter, sondern von Nutzern zusammengetragen — nimm sie als Größenordnung, nicht als Preisliste.


Damit hast du das Fundament: Du weißt, was eine KI ist, welche Werkzeuge es gibt und wie ein gutes Gespräch abläuft. In Stufe 1 machen wir aus dem Gespräch ein Handwerk — und üben das Prompten so, dass du verlässlich gute Ergebnisse herausholst.