Die großen Werkzeuge¶
Kernbotschaft
Es gibt nicht „die eine KI". Die drei großen — ChatGPT, Claude und Gemini — können Ähnliches, fühlen sich aber unterschiedlich an. Ausprobieren schlägt Glauben.
Alle drei funktionieren gleich einfach: Du tippst eine Frage oder Aufgabe in normaler Sprache ein, sie schreiben dir zurück — etwa einen Text entwerfen, etwas verständlich erklären oder eine Entscheidung mit dir durchdenken.
Drei Namen begegnen dir dabei immer wieder:
- ChatGPT (von OpenAI) — der Name, der den meisten zuerst einfällt; ein solider Allrounder.
- Claude (von Anthropic) — bei uns stark beim Schreiben, Gestalten und Arbeiten geworden.
- Gemini (von Google) — tief in die Google-Welt integriert, günstiger Alltags-Begleiter.
Welches Werkzeug sich „besser" anfühlt, ist auch Geschmackssache — und hängt vor allem von der Aufgabe ab. Es lohnt sich, nicht beim erstbesten zu bleiben.
So nutzen wir sie konkret:
Thanh wollte einen Flyer gestalten und hat mehrere KIs gegeneinander getestet — bei ihm hat am Ende Claude das Rennen gemacht (mehr dazu gleich in „Aus der Praxis").
Das ist nicht nur was fürs Private: Die beiden Vielnutzer der Gruppe arbeiten täglich mit Claude — Mathias sitzt teils stundenlang damit, auch beruflich. Und Thanh nutzt Gemini gezielt für Fach- und Datenschutz-Recherchen.
Gemini läuft bei uns außerdem als günstiger Alltags-Begleiter — etwa einen Kindergeburtstag durchplanen oder kurz etwas nachschlagen.
Der ganz normale Einstieg braucht dabei gar kein großes Ziel: mit dem Kind für die Schule lernen, eine Sprache üben oder die eigene Altersvorsorge in Ruhe durchsprechen. Nichts Technisches — einfach eine Frage in das Eingabefeld tippen.
Aus der Praxis
„Hab versucht, mit verschiedenen KIs Flyer zu erstellen – alle Mist. ChatGPT war pampig, hat Terz wegen Bildgenerierung und Datenschutz gemacht. […] Gemini war völlig undetailliert und nutzlos. Canva funktioniert, aber alles Brauchbare kostet. Bin dann auf Claude umgestiegen und seitdem läufts perfekt. Keine Ahnung, wieso ich überhaupt noch bei den anderen rumhänge." — Thanh, 24.03.2026
„Das ist überraschend. Dachte ChatGPT wäre der Platzhirsch unter den kreativen. :)" — Mathias, 25.03.2026
So sah der Entwurf aus, den Gemini für Thanhs Tanzschule ablieferte — die grünen Rahmen sind seine eigenen Markierungen der Stellen, die ihm zu grob waren:
Und genau das ist der Punkt: Ein Ergebnis kann brauchbar aussehen und trotzdem nicht gut genug sein. Wer weiß, wie es besser geht, sieht die Schwachstellen — und probiert das nächste Werkzeug.
Kurz eingeordnet: „Terz wegen Bildgenerierung und Datenschutz" heißt hier, dass ChatGPT die gewünschte Bildgenerierung verweigert hat — unter Verweis auf seine Inhalts- und Datenschutz-Regeln. Das ist Thanhs subjektiver Eindruck bei einer Aufgabe, kein Urteil darüber, ob ein Werkzeug „gut" oder „schlecht" mit Datenschutz umgeht — und kein Grund zur Sorge, dass du dir mit dem Ausprobieren Ärger einhandelst. Was du bei eigenen Daten beachten solltest — gerade mit Firmendaten —, behandelt eigens Stufe 1.
Unsere Empfehlung
Das ist unsere subjektive Meinung als Gruppe — kein neutraler Test, und sie kann sich mit dem nächsten Modell-Update wieder drehen. Trotzdem, damit du einen Startpunkt hast:
- Zum Schreiben, Gestalten und ernsthaften Arbeiten: Wir sind bei Claude gelandet — die beiden Vielnutzer der Gruppe unabhängig voneinander, und bei Thanhs Flyer-Vergleich lag Claude klar vorn.
- Zum günstigen Einsteigen und Recherchieren: Gemini ist unser Preis-Tipp, brauchbar für Alltag und Recherche. Zum Ausprobieren reicht die kostenlose Stufe; wer mehr will, zahlt für die optionale Bezahlstufe rund 7 € im Monat über Google One. (Gilt genauso im Firmenkontext: Fürs erste Kennenlernen musst du nichts ausgeben.)
- Das Wichtigste: Bleib nicht beim erstbesten. Probier zwei, drei Sachen selbst aus — Thanhs Vorannahme wurde beim Testen glatt widerlegt.
So legst du los
Schritt 1 — einrichten und „Hallo" sagen. Such dir eines der drei aus und öffne es im Browser. Alle drei kannst du kostenlos ausprobieren — Geld kostet nur die optionale Bezahlstufe, die du fürs Erste nicht brauchst; eine Anmeldung genügt:
- ChatGPT öffnen: chatgpt.com
- Claude öffnen: claude.ai
- Gemini öffnen: gemini.google.com
- Anmelden und „Hallo" in das Eingabefeld tippen — fertig, du bist drin.
Probier es selbst
Schritt 2 — dein erster richtiger Test. Die Einrichtung ist erledigt, jetzt geht's los:
- Stell dieselbe Frage an zwei der drei Werkzeuge — z. B. „Erkläre mir in drei Sätzen, wie eine Verbrennung funktioniert."
- Vergleiche die beiden Antworten nebeneinander.
Zum Nachdenken
Was war anders — der Inhalt, der Ton, die Länge? Welche Antwort hat dir besser gefallen, und warum?